Ziele und Erwartungen beim Sport

June 14, 2019

 

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Sport muss Spaß machen

Heute soll es einmal um Ziele und Erwartungen beim Sport gehen. Nun, die erste Überschrift heißt direkt einmal „Sport muss Spaß machen“. Ich denke bei diesem Punkt würde mir jeder von euch zustimmen. Wenn der Sport Spaß macht, zieht man den Sport auch durch, der Sport ist kein „Gequäle“ und insgesamt wird dann Sport als etwas Tolles angesehen. Wir halten also fest: Spaß beim Sport ist unerlässlich für deinen persönlichen Erfolg – egal, ob es um sportlichen oder gesundheitlichen Erfolg oder um dein Wohlbefinden und Gefühl der Glückseligkeit geht. Doch wie kann Sport Spaß machen? Neben der Wahl der passenden Sportart ist ein Thema ganz wichtig: Ziele und Erwartungen beim Sport.

 

Ziele und Erwartungen – ein Unterschied?

Es stellt sich dabei doch zunächst einmal die Frage: Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen Zielen und Erwartungen beim Sport? Oh ja, den gibt es! Definieren wir also zunächst was Ziele sind: Ziele sind klar festgelegte in Zahlen festgehaltene Daten, die vorgeben, was man erreichen möchte. Ein Ziel legt immer fest WAS (in konkreten Zahlen ausgedrückt) erreicht werden soll und WANN (mit konkretem Datum versehen) dieses erreicht werden soll. Ziele dienen dabei dazu dein Unterbewusstsein so einzustellen, dass du unterbewusst so handelst, dass dein Ziel erreicht wird. An Zielen orientiertes unterbewusstes Handeln ist essenziell für deinen Erfolg, da 90% aller deiner Taten unterbewusst erfolgen. Besser, wenn diese 90% für und nicht gegen dein Ziel arbeiten. Das niedergeschriebene Ziel ist dabei mehr Mittel zum Zweck. Das Unterbewusstsein kannst du nur tatsächlich beeinflussen, indem du dir dein Ziel jeden Tag 2-mal vorließt und sozusagen in dein Unterbewusstsein „einprogrammierst“. So viel zum Thema Ziele also. Erwartungen sind dagegen das, was du dir für dich in deinem Kopf ausmalst, was möglich ist. Die tatsächlich im Kopf abgespeicherten Erwartungen kommen dabei immer erst dann ans Licht, wenn diese erfüllt oder eben nicht erfüllt werden. Deine Erwartungen sind also so etwas wie deine ehrlichen Einschätzungen über deine eigene Person über das, was du kannst und was du nicht kannst. Auf dem Weg zu deinem Ziel sollten diese nie zu viel Überhand nehmen, weil sie dich entweder zweifeln lassen (im Falle sehr geringer Erwartungen an dich) oder dich überheblich, arrogant und zum Scheitern verurteilt werden lassen (im Falle zu hoher Erwartungen an dich). Daraus folgt eins zu eins, dass deine Erwartungen immer möglichst realistisch in Bezug auf deine Fähigkeiten sein sollten. Denn für das Träumen und das Streben nach höherem sind deine Ziele zuständig!

 

Die Folgen falscher Erwartungen

Während es also völlig in Ordnung ist große Ziele zu haben (EDIT: Tipp an dieser Stelle ist es die eigenen großen Ziele in Zwischenziele herunterzubrechen und dadurch immer wieder kleine Erfolgserlebnisse zu haben, wenn diese kleineren Zwischenziele erreicht werden), ist es viel schädlicher hohe Erwartungen zu haben. Und auch, wenn ich weiß, dass letztendlich im Kopf Ziele und Erwartungen ganz nah beieinander wohnen, ist es mir umso wichtiger dieses trotz dessen klar zu trennen. Lass uns also mal ein Beispiel machen: Du hast dir ein sportliches Ziel gesetzt, das weit über deinen aktuellen Leistungen liegt. Du gibst dir jedoch ein Jahr Zeit dieses Ziel zu erreichen und du bist fester Überzeugung, dass du dieses Ziel erreichst, weil du an das Ziel glaubst. Du hast folglich einen starken Glauben an dieses Ziel und die eigene Person. Nun machst du dir einen Plan wie du dein Ziel erreichen kannst und setzt diesen auch sofort um. Du bist extrem diszipliniert, weil du dein „Warum“ gefunden hast und du gibst niemals auf. Du ließt dir deine Ziele 2-mal täglich vor und zu keiner Zeit zweifelst du an dir und jede Übung, die zur Erfüllung deines Zieles notwendig ist, ziehst du ein Jahr lang immer durch. Bis zu diesem Zeitpunkt machst du alles richtig – denkst du zumindest. Und dann kommt dieser Tag X. An diesem Tag willst du dein Ziel erreichen. Du gibst also alles an diesem Tag und mobilisierst all die Kräfte, die du in dem vergangenen einen Jahr trainiert hast! Und dann erhältst du das Ergebnis (deine Zeit, dein Gewicht, deine Kraft, deine Schnelligkeit et cetera) und weißt du was? Du hast dein Ziel um 10% verfehlt! Denn du hast nur 90% des Zieles erreicht und nicht 100%. Und jetzt bist du mega enttäuscht. Und warum? Weil deine Erwartungen ganz klar deinen Zielen entsprochen haben! Du hast erwartet, dass du einfach die 100% deines Zieles erreichst, jedoch hast du völlig vergessen, dass dein Ziel bewusst (und das ist gut so!) extrem hoch gesteckt war. Dein Ziel war niemals dazu da dieses auch wirklich zu erreichen. Nein, dein Ziel war dazu da dein Unterbewusstsein auf Erfolg einzustellen und um dich dazu zu bringen ein Jahr lang alles zu geben!

 

Die richtige Erwartung

Vielleicht wird jetzt klar, was es überhaupt heißt ein Ziel zu haben. Ein Ziel ist eine so hoch gesteckte Erwartung, dass sie um Grunde gar nicht erreicht werden kann! Ein Ziel ist vielmehr dazu da, dich zu (scheinbar) Unmöglichem zu bewegen und dieses zu einem Teil (oder manch einmal sogar komplett) zu erreichen. Erreichst du jedoch jedes Mal zu 100% deine persönlichen Ziele, sorry, dann sind diese wohl einfach nicht hoch genug gesteckt und es wäre noch mehr bei dir drin gewesen. Ziele sollen dich anspornen! Ziele sind niedergeschriebene Zahlen, die dein Unterbewusstsein durch tausendfaches Betrachten mit deinen beiden Augen auf Erfolg programmieren. Also, das sind Ziele! Und Erwartungen? Erwartungen sind die ehrliche Antwort auf deine eigene Leistung. Ich würde zum Beispiel sagen: „Wolfgang, du hast dein Ziel zwar nicht erreicht, aber du hast alles gegeben und das war richtig geil und es ist einfach richtig der Hammer, was du in diesem einen Jahr erreicht hast!“. Erwartungen sind dazu da deine eigenen Leistungen zu ehren. Klar, du hast mehr erwartet, aber das sind deine Ziele gewesen, nicht verwechseln! Denke daran, Ziele und Erwartungen sind Nachbarn in deinem Kopf. Also: Hast du etwas Großartiges erreicht (und ja, es ist auch großartig, auch wenn das Ziel nicht erreicht wurde), dann feier dich doch einmal selbst! Es ist doch klasse, was du geschafft hast! Denn nehmen wir einmal an du hättest dieses große Ziel nicht gehabt: Hättest du dann die 90% geschafft? Oder wärst du vielleicht gar nicht erst angetreten oder hättest nach der Hälfte aufgehört? Habe nicht zu hohe Erwartungen an dich, sei fair zu dir selbst und ehre, was du erreicht hast – du bist gut!

 

Relativierung und Fazit

Nun ja, und nachdem es wie bei allen Dingen im Leben nicht nur eine Betrachtungsweise gibt, folgt nun eine gewisse Form der Relativierung: Natürlich sind große Sportler und diejenigen, die große Ziele haben, nach dem Nicht-Erreichen ihrer Ziele enttäuscht und lassen erst einmal den Kopf hängen. Aber weißt du was? Sie tuen das nicht lange. Nach 5 Minuten bis einer Stunde (je nach Größe des sportlichen Ereignisses) geht das Leben weiter, es werden neue Pläne gemacht, neue scheinbar unmögliche Ziele gesteckt. Und warum? Weil solche Menschen verstanden haben für was Ziele da sind: Um das eigene Unterbewusstsein auf Erfolg zu programmieren. Und auch erkennen solche Menschen die eigenen Leistungen an. Sie wissen, was sie können, und sie wissen, dass sie gut sind. Doch trotzdem haben sie höhere Ziele. Sie haben Spaß am Sport, weil sie ihr „Warum“ kennen und weil sie ihren Sport aus Leidenschaft machen. Was können wir daraus lernen? Ich sage es dir ganz einfach: Wir können daraus lernen, dass auch wir Menschen sind und auch unser Gehirn ein menschliches Gehirn ist, das genauso funktioniert. Wir sind genauso so wie die großen Spitzensportler: Unser Unterbewusstsein benötigt eingebrannte Ziele, um scheinbar Unmögliches zu erreichen, und unser Körper möchte Anerkennung der eigenen Leistungen haben, um weiterzumachen und auch in Zukunft alles zu geben. Sei fair zu dir selbst: Stecke dir große Ziele und habe ehrliche Erwartungen.

 

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