Woran erkenne ich einen unseriösen Makler - ein Beispiel

June 7, 2019

 

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Meine Erfahrung

Die Erfahrung, von der ich dir heute berichten möchte, ist nun bald ein Jahr her. Um welche Erfahrung geht es? Um meine Erfahrung mit einem Makler. Ich hatte damals mit einem Makler für Finanzplanung und Altersvorsorge zu tun, der als Zielgruppe Studenten hatte. Ich gehörte also klar zu seiner Zielgruppe und so folgte das erste Seminar über „Steuern sparen“.

 

Wie ging es weiter?

Dieses Seminar wollte ich unbedingt besuchen, da ich etwas über Steuern sparen lernen wollte und auch den persönlichen Termin, den man anschließend vereinbaren konnte, nahm ich wahr, da ich in diesem noch einmal über meine individuelle Situation der Steuern beraten werden wollte. Dies geschah auch, jedoch ging es relativ bald in eine andere Richtung. Warum? Nun ja, für Steuern sparen ist – ganz ehrlich gesagt – der Steuerberater zuständig. Ein Makler kümmert sich um andere Angelegenheiten. Dies hatte ich mir damals nicht ganz vor Augen geführt und war etwas naiv. Es ging nun also mehr in die Richtung welche Ausgaben und Einnahmen ich aktuell hatte, welche Versicherungen ich habe und wie ich für das Alter vorsorge. Dies sind alles wichtige Themen! Wie jedoch an die Sache herangegangen wurde, fand ich irgendwann nicht mehr so toll. Warum?

 

Was lief nicht so toll?

Beim Thema Versicherungen kamen wir auf das Thema der Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU-Versicherung) zu sprechen. Für alle, die diese Versicherung nicht kennen, die Kurzfassung: Wenn du aus irgendeinem gesundheitlichen Grund nicht mehr arbeiten kannst, zahlt diese Versicherung dir eine Art Rente, die deinen Lohn ersetzen soll. Es ist allgemein empfohlen diese Versicherung zu haben – auch als Student! Die Gründe dafür sind ein anderes Thema. Lass uns mit dem fortfahren, was mir weniger gefallen hat: Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits seit 2,5 Jahren eine BU-Versicherung. Mein Makler meinte nun jedoch, dass diese nicht so gut sei wie die, die er mir anbieten kann. Nun, das mag tatsächlich gestimmt haben. Jedoch ging mir das alles zu schnell. Am besten wäre es – meinte er –, wenn wir die alte BU nächsten Monat kündigen und entsprechend die Neue abschließen. Ich fühlte mich gedrängt. Ich wollte erst einmal verstehen warum die neue Versicherung circa das Doppelte kosten sollte. Dabei ist anzumerken, dass die neue BU gleichzeitig eine private Rentenversicherung enthielt. BU-Versicherung und private Rentenversicherung in einem Vertrag. Eine Sache, die du in der Form niemals abschließen solltest.

 

Für dich verständlich erklärt

Nun habe ich das Gefühl, dass dieses Thema gar nicht so einfach ist und deswegen möchte ich dir ein paar Dinge erklären. Von dem Gesamtbetrag, der monatlich für die BU und für die private Rentenversicherung zu zahlen gewesen wäre, waren circa 70% der BU-Anteil und 30% der Anteil der privaten Rentenversicherung. Was mich jedoch vor allem störte war, dass diese beiden Versicherungen in einem Produkt zusammengefasst waren. Man stelle sich vor, dass man aus dem Grund finanzieller Engpässe zu irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft den monatlichen Beitrag nicht mehr zahlen kann. Bei einer Trennung der beiden Versicherungen könnte man die private Rentenversicherung aussetzen oder kündigen und die essenzielle existenzschützende BU-Versicherung weiter laufen lassen. Dies wäre hier nicht gegangen: Im Falle des Aussetzens hätte gleich beides aufgeben werden müssen. Man stelle sich nur vor, dass genau zu diesem Zeitpunkt der Fall der Berufsunfähigkeit bei einem selbst eintritt. Ein ziemlich ungünstiges Szenario dann ohne BU dazustehen. In der Regel lässt man die BU nämlich bis kurz vor oder komplett bis zur gesetzlichen Rente laufen. Eine weitere Tatsache, die mich störte, war, dass die private Rentenversicherung in einen aktiven Fonds investieren sollte. Gut, diesen hätte man ändern können. Ich glaube jedoch nicht, dass es Zufall war, dass mein Makler einen aktiven und keinen passiven Fonds gewählt hatte. Warum tat er dies bewusst? Weil aktive Fonds deutlich mehr Gebühren verlangen, die letztendlich zu einem Teil in seinen Geldbeutel fließen. Diese Art von Vergütung ist legitim, schließlich verlangte er sonst keinen Cent von mir. Jedoch ist äußert klar in der Finanzwissenschaft gezeigt, dass aktive Fonds längerfristig nicht besser, sondern sogar schlechter für den Anleger (also mich) abschneiden als passive Fonds. Wer das erwirtschaftete Geld bei einem aktiven Fond erhält dürfte jetzt klar sein – der Makler, der Fondanbieter, die Banken et cetera. Auf jeden Fall nicht ich. Mit dieser Auswahl des Fonds hatte er also schlechte Karten bei mir, denn ich kannte mich aus.

 

Das ist der Punkt!

Und das ist der Punkt! Du kannst einen unseriösen Makler nur erkennen, wenn du dich ein wenig auskennst. Ansonsten fällst du ihm zum Opfer – so hart es auch klingen mag. Und aus diesem Grund schreibe ich diesen Blogartikel für dich. Doch lass uns fortfahren: Was mich zudem, vor allem im Nachhinein, stutzig gemacht hat, war die Tatsache, dass der Makler zu mir meinte, dass sein Schwerpunkt seines BWL-Studiums auf Geldanlage lag. Er hatte also zu 100% in seinem Studium gelernt, dass aktive Fonds weniger für den Anleger abwerfen als passive Fonds. Und trotzdem schlug er mir Ersteres vor. Nun ja, es war ja für ihn persönlich auch die finanziell richtige Entscheidung. Einen Kunden konnte er dadurch jedoch mit mir nicht gewinnen. Und um nun den obigen Punkt wieder aufzugreifen, wie du einen unseriösen Makler erkennst: Als letztes habe ich meinem Makler damals leb wohl gesagt ohne je etwas abgeschlossen zu haben, weil ich die Dinge verstehen wollte. Ich wollte verstehen, was ich hier tue und nicht blind ihm vertrauen. Doch dazu ließ er mir keine Zeit, denn er drängte mit der Zeit. Und dies gab mir den Anlass das Ganze zu beenden.

 

Fazit

Makler können dir das Leben stark vereinfachen, wenn du auf einen weißes statt auf ein schwarzes Schaf triffst. Und ob du auf ein weißes Schaf triffst hängt auch immer ganz von dir ab: Hast du ein gutes Gefühl bei deinem Makler? Hast du das Gefühl, dass er dir wirklich einen nachhaltigen und langfristigen Mehrwert bringt? Oder hast du das Gefühl, dass du nach einer Stunde nach dem Abschluss einer Versicherung bei deinem Makler den Abschluss bereust? Es mag rational alles passen, letztendlich gilt Folgendes: Nur, wenn du ein gutes Gefühl hast, ziehst du die Dinge auch durch und kündigst einen Vertrag nicht oder brichst die Geldanlage nicht ab. Und ein gutes Gefühl hast du nur, wenn du weißt, was du tust und wenn du der ganzen Sache vertraust. Hol dir dieses Vertrauen durch das Einholen von Wissen selbst und lasse nicht nur deinen Makler das Vertrauen zu ihm von ihm für dich aufbauen. Das Wissen über ein Thema und das gute Gefühl dabei ist das, was längerfristig über deinen Erfolg oder Misserfolg entscheidet!

 

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