Ohne Risiko keine Rendite

March 22, 2019

 

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Das heilige Dreieck der Geldanlage

Risiko, Rendite und Liquidität – wie diese 3 Faktoren der Geldanlage und des Investierens zusammenspielen und in welchem Zusammenhang sie stehen, möchte ich dir heute erklären. Den jedoch wichtigsten Grundsatz möchte ich dir schon einmal vorneweg geben: Immer, wenn einer dieser 3 Faktoren stärker wird, MUSS ein anderer Faktor schwächer werden oder schwächer ausgeprägt sein. Niemals, niemals kann dieses heilige Gesetz der Geldanlage und des Investierens gebrochen werden. Wenn du dies verinnerlicht hast, dann hast du schon mehr erreicht als 90% aller Menschen. Willst du je finanziell erfolgreich in deinem Leben sein, solltest du dieses Gesetz wirklich verstanden und zu 100% in deinem Kopf abgespeichert haben! Falls dir je eine Person etwas anderes verspricht und dieses heilige Gesetz umgehen möchte, wirst du früher oder später von dieser Person um dein Geld betrogen werden. Führe dir also vor Augen: Das heilige Gesetz der Geldanlage ist schon fast eine Art Naturgesetz und jeder Mensch, der etwas anderes behauptet, hat keine Ahnung und du solltest dich von ihm distanzieren.

 

Basics zum heiligen Dreieck

Doch starten wir zunächst mit den Einzelbegriffen: Das Risiko gibt an wie stark deine Geldanlage in ihrem Wert schwanken kann. Je höher das Risiko ist, desto stärker kann der Wert fallen oder steigen und desto größer ist der potenzielle Verlust oder Gewinn. Ganz wichtig ist dabei zu wissen, dass ein Risiko erst zu einem tatsächlichen Verlust führt, wenn du deine Geldanlage zu dem Zeitpunkt der gefallenen Kurse verkaufst. Denn damit realisierst du den Verlust. Das gleiche Prinzip gilt für den Gewinn. Erst, wenn du bei gestiegenen Kursen deine Geldanlage verkaufst, hast du einen Gewinn realisiert. Und damit kommen wir zum nächsten Begriff: Die Rendite. Die Rendite gibt an wie hoch der potenzielle Ertrag (oder Zinsen, wenn du es so nennen möchtest), den du auf deine Geldanlage bekommst, ist. Auch bei der Rendite verhält es sich wie bereits beim Risiko. Erst, wenn du deine Geldanlage verkauft hast, hast du die Rendite realisiert und tatsächlich für dich „in deiner Tasche“. Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass die Rendite nie linear oder gleichmäßig auf jedes Jahr verteilt sein muss. In manchen Jahren kann die Rendite größer und in anderen Jahren kleiner sein. Um Renditen jedoch miteinander zu vergleichen wird oft der „interne Zinsfuß“ verwendet. Dieser gibt den korrekten mathematischen Durchschnitt der Rendite pro Jahr (x % p.a.) an. Als letzten Begriff möchte ich dir den Begriff der Liquidität erklären. Liquidität verbindet sozusagen das Risiko und die Rendite, denn die Liquidität gibt an wie leicht und wie schnell du deine Geldanlage verkaufen kannst. Bei Risiko und Rendite habe ich dir erklärt, dass du den Verlust oder den Gewinn und damit die negative oder die positive Rendite erst realisiert hast, wenn du deine Geldanlage tatsächlich verkauft hast. Wie einfach und wie schnell die Geldanlage jedoch verkauft werden kann, gibt die Liquidität an. Bereits jetzt dürfte klar werden, dass alle drei Begriffe beziehungsweise Faktoren der Geldanlage eng miteinander verknüpft sind.

 

Beispiele im Dreieck

Wenn folglich eine Geldanlage jederzeit verkauft werden kann und das Risiko eher gering ist, wie hoch ist dann die Rendite? Richtig, sie ist sehr gering. Dies ist zum Beispiel beim Tagesgeldkonto der Fall. Zu diesem Thema möchte ich jedoch kurz etwas einschieben: Aktuell (Anfang 2019) sind die Zinsen aufgrund der Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank sehr gering. Das heißt, dass es auf risikolose Anlagen wie ein Tagesgeldkonto kaum eine Rendite gibt. Das weiß inzwischen so gut wie jeder. Und, dass es früher einmal mehr Zinsen gab, weiß auch so gut wie jeder. Auch in Zukunft werden die Zinsen auf risikolose Anlagen wieder steigen. Doch was du nie vergessen darfst: Die risikolose Anlage bleibt immer eine risikolose Anlage, denn so ist sie definiert. Und daraus folgt 1:1, dass die risikolose Anlage im Durchschnitt über einen längeren Zeitraum immer eine geringere Rendite als die risikoreiche Anlage haben wird. Sich ein Leben lang mit der risikolosen Anlage als Anlageform für den Vermögensaufbau oder für das Alter zufrieden zu geben, ist folglich falsch. Niemals werden risikolose Anlage über einen Zeitraum von 10 Jahren oder länger besser abschneiden als risikoreiche Anlagen! Doch jetzt zurück zu unseren Beispielen: Eine zweite Anlage kann so gut wie immer verkauft werden, jedoch wird das Risiko eher als hoch eingestuft. Die Rendite ist folglich höher als bei unserem ersten Beispiel. Ein Beispiel für diese Geldanlage wäre die Aktie. Und zuletzt ergibt sich eine dritte Anlage, bei der die Liquidität sehr gering ist und das Risiko auch nicht sonderlich hoch ausfällt. Die Rendite ist folglich mittelmäßig hoch. Ein Beispiel hierfür wäre die Festgeldanlage.

 

Das Dreieck erklärt

Egal wie wir das Blatt drehen oder wenden: Wir befinden uns immer in dem „heiligen“ Dreieck der Geldanlage und des Investierens. Genauer genommen besteht das Dreieck jedoch nicht aus den drei Faktoren „Risiko, Rendite und Liquidität“, sondern aus den drei Faktoren „Sicherheit, Rendite und Liquidität“. Schließlich müssen die Ecken des Dreiecks jeweils das für uns bestmöglichste Ergebnis anzeigen und dieses wäre ja: 100% Sicherheit, maximale Rendite und volle Liquidität. Da wir jedoch nicht in 3 und auch nicht in 2 Ecken des Dreiecks gleichzeitig stehen können, müssen wir immer einen Kompromiss aus diesen 3 Faktoren eingehen. Noch eine kleine Anmerkung für dich: Die Begriffe „Risiko“ und „Sicherheit“ stellen in diesem Zusammenhang exakt das Gegenteil des jeweils anderen Begriffs dar. Sprich: Bei 100% Sicherheit gibt es logischerweise kein Risiko und bei 100% Risiko gibt es folglich keine Sicherheit. Im klassischen Dreieck werden die Begriffe „Sicherheit, Rendite und Liquidität“ verwendet. Ich verwende jedoch häufig gerne die Begriffe „Risiko, Rendite und Liquidität“.

 

Trick 17

Nun, einen krassen „Life-Hack“ mit dem zu das Dreieck nun doch umgehen kannst, werde ich dir sicherlich nicht geben, denn diesen gibt es nicht! Aber, stelle dir folgende Geschichte vor: Mann 1 hat keine Finanzplanung und möchte eine bestimmte Summe Geld in Anlage Z investieren. Dies tut er und nach 5 Jahren muss er für eine ärgerlich hohe Gebühr und mit Verlust seine Geldanlage verkaufen, da eine „ungeplante“ Ausgabe seinen Haushalt belastet. Mann 1 hat damit einen Verlust realisiert. Ungeplant in Anführungszeichen, da dieser Mann ohnehin keine Finanzplanung hatte. Mann 2 hat eine Finanzplanung und möchte eine bestimmte Summe Geld in Anlage Z investieren. Dies tut er und nach 5 Jahren muss Mann 2 seine Geldanlage nicht verkaufen, weil er alle seine regulären Ausgaben ausführlich und mit einem ausreichenden Puffer geplant hat. Mann 2 wartet so lange bis seine Geldanlage wieder an Wert gewonnen hat und verkauft diese anschließend. Mann 2 hat damit einen Gewinn realisiert. Das Ende der Geschichte: Die Rendite von Mann 2 ist höher als die Rendite von Mann 1 und das obwohl beide in Anlage Z investiert haben. Was ist passiert? Mann 2 hat durch seine Finanzplanung im Allgemeinen eine höhere Liquidität. Diese höhere Liquidität ermöglicht ihm seine Geldanlage länger zu halten und zu seinem günstigen Zeitpunkt wieder zu verkaufen. Die Quintessenz aus der Geschichte: Wenn du eine Finanzplanung hast, bist du liquider. Dadurch, dass du persönlich liquider bist, kannst du in Anlagen investieren, die weniger liquide sind und ohne eine Erhöhung des Risikos kannst du am Ende eine höhere Rendite in deinem Geldbeutel realisieren. Und dieser Effekt stellt nichts anderes dar als das Anwenden des „heiligen“ Dreiecks.

 

Fazit

Und jetzt ist es einmal egal, ob es um Geld, Sport, Liebe, Beruf oder sonst etwas in deinem Leben geht: Das oben erwähnte „heilige“ Gesetz lässt sich – in angepasster Form – auf alle Themen anwenden. An dieser Stelle möchte ich daher noch einmal ganz klar herausstellen, was du heute mitnehmen solltest: Ohne, dass du ein Risiko eingehst, gibt es keine Rendite für dich im Leben. Ohne, dass du folglich etwas riskierst, wirst du keinen Erfolg im Leben haben. Mit Risiko ist dabei nichts anderes gemeint als: die Komfortzone verlassen, etwas ausprobieren, dass du noch nie gemacht hast, und etwas ausprobieren von dem du nicht zu 100% weißt, ob es funktioniert! Und egal in welcher Situation du gerade bist: Dieses Gesetz gilt auch für dich! Also nutze es für dich und gehe Risiken ein, jedoch immer mit einem gesunden Maß an Verstand und einer hinterfragenden Art. Ich wünsche dir viel Risiko dabei!

 

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