Der Unterschied zwischen investieren und spekulieren

December 7, 2018

Heute geht es um zwei grundsätzliche Herangehensweisen bei der Geldanlage: „Investieren“ und „Spekulieren“. Worin unterscheiden sich die beiden „Methoden“? Welche „Methode“ ist für mich die richtige? Gibt es die eine richtige „Methode“? Diese und weitere Fragen werden wir beantworten.

 

Springen wir direkt in das Thema hinein: Der Unterschied zwischen Investieren und Spekulieren besteht darin, dass ich bei letzterem immer nur hoffe, dass der Kurs steigt beziehungsweise fällt wohingegen ich beim Investieren einen genauen Plan habe wie und warum mein „Investment“ längerfristig an Wert gewinnen wird. Einem Anleger, der spekuliert, ist es im Grund egal welche Aktien oder welchen Kurs er kauft. Das Wertpapier ist hier nur ein Mittel zum Zweck. Lediglich, dass ein Kurs vorhanden ist, der fallen und steigen kann, ist für den spekulierenden Anleger von Bedeutung.

 

Für den Investor dagegen ist es absolut entscheidend was hinter dem Kurs steckt. Welche Aktie, welcher Index, welche Firma, welche Unternehmensstrategie, welche Aussichten auf Wachstum des Unternehmens ergeben sich und viele weitere Fragen stellt sich der investierende Geldanleger. Bereits jetzt wird deutlich: der Investor benötigt einiges an Zeit für seine Unternehmensanalysen beziehungsweise Analysen rund um das Wertpapier.

 

Und der Spekulant? Wie viel Zeit bringt er auf? Zunächst einmal könnte man denken, dass dieser deutlich weniger Zeit benötigt, um seine Strategie umzusetzen. Mit dieser Annahme liegt man jedoch meilenweit daneben. Der Spekulant (im Jargon auch „Trader“ genannt) benötigt häufig sogar noch mehr Zeit für seine Geldanlage als der Investor, da Ersterer den ganzen Tag am Computer sitzt, um auf eventuell anstehende Kursänderungen zu reagieren. Er muss folglich den gesamten Tag den Überblick haben, ob ein Kurs aus diversen Gründen (Ankündigungen von großen Fonds oder Institutionen über einen Kauf oder Verkauf, Unternehmensmeldungen etc.) in den nächsten Momenten fallen oder steigen wird. Die Kunst des Spekulanten oder Traders ist es dabei auf längere Sicht öfters richtig als falsch zu spekulieren. Für einen Privatanleger, der nicht beruflich Trader ist, ist das Spekulieren folglich wenig sinnvoll, um ein Vermögen aufzubauen. Auf dieses Thema kommen wir gleich noch zu sprechen.

 

In der Praxis ist es oft schwer die beiden Formen voneinander zu unterscheiden, da doch manch ein Spekulant sich als vorsätzlicher Investor ausgibt. Solche Anleger untersuchen ihre jeweiligen Aktien und Unternehmen auch, jedoch machen sich solche Anleger oft abhängig vom Kurs: Fällt der Kurs der analysierten Aktie und des analysierten Unternehmens wird verkauft und das unabhängig davon, ob sich an dem Wesen und der Strategie des Unternehmens etwas verändert hat. Kursrückgänge haben nicht zwangsweise etwas mit einem schlechten Unternehmen zu tun. Nein, Kursrückgänge zeigen lediglich auf, dass es sich um ein börsengehandeltes Wertpapier handelt, das gewissen Schwankungen unterliegt und ein gewisses Risiko beinhaltet. Für den längerfristigen Erfolg des Unternehmens und den längerfristigen Erfolg der Aktie spielen Kurschwankungen auf kurz- und mittelfristige Sicht eine untergeordnete Rolle. Wer sich von solchen Schwankungen abbringen lässt, der ist sicher ein Spekulant und kein Investor.

 

Es dürfte folglich klar werden mit welcher Herangehensweise ein Privatanleger längerfristig mehr Erfolg hat: mit dem Investieren. Um es noch einmal anders auszudrücken: Wer an der Börse oder mit sonstigen Anlagen spekuliert, der ist ein Zocker. Dieser Geldanleger könnte genauso gut in ein Kasino gehen und dort sein Glück versuchen. Auch hier ist es so: Manchmal gewinnt der Spieler, manchmal verliert er. Beim Spekulieren ist es ähnlich: Mal fällt der Kurs, mal steigt er. In beiden Fällen – Spekulant und Glücksspieler – entscheidet am Ende der Zufall. Die betroffene Person weiß nicht, was als Nächstes kommt. Sie kann nur hoffen, dass das Spiel beziehungsweise der Börsenkurs für sie positiv verläuft. Wie bereits erwähnt ist dies auf das Dasein des Privatanlegers bezogen. Institutionelle Anleger, die Spekulieren, also Traden, sollen an dieser Stelle nicht das Thema sein.

 

Und deshalb die Frage an alle Privatanleger: Willst du hoffen, dass du Erfolg hast oder willst du es wirklich ernsthaft in die Hand nehmen Erfolg zu haben? Ich sage nicht, dass jeder Investor mit Sicherheit erfolgreich sein wird an der Börse oder mit seinen Investitionen. Aber er hat seinen Erfolg zumindest selbst in der Hand und lässt seinen Erfolg nicht durch Glück, Pech und Zufall bestimmen.

 

Letztendlich muss jeder selbst wissen wie er mit Käufen und Verkäufen an der Börse umgehen möchte: Kaufen und Verkaufen nach Lust und Laune und „wie der Kurs halt gerade so läuft“, vielleicht sogar nur aus Spaß an der ganzen Sache? Oder will der Anleger strukturiert, nachhaltig und mit längerfristigen Erfolgsaussichten selbstbestimmt an die Sache herangehen und die Geldanlage ernsthaft betreiben? Wenn ihr letzterer Typ seid, dann solltet ihr euch jetzt hinsetzen und euch einmal überlegen, ob eure Anlagestrategie mehr einem Spiel oder dem echten Leben gleicht. Ich frage euch: Spekuliert ihr noch oder investiert ihr schon?

 

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