Dann investiere du doch für mich!

December 28, 2018

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Das Gespräch und die Bausparer

Neulich hatte ich ein Gespräch mit meinem Vater über Finanzen. Darin ging es um seinen aktuell laufenden Bausparer und wie denn fortgefahren werden soll mit dem Geld, dass am Datum xy fällig wird. Viele von euch kennen vermutlich die Situation: Der Deutsche hat schön seinen Bausparer, weil er sich hier selbst dazu zwingt Geld zu sparen, das er später zwar aller Wahrscheinlichkeit nach nicht für den Bau eines Hauses ausgeben wird, aber dafür für eine andere, etwas größere Anschaffung. Die typische Situation ist, dass viele Menschen ihr Geld auf Bausparern verhungern lassen, da die Rendite meist deutlich unter der Inflation liegt und damit das Geld jedes Jahr weniger und weniger wert wird. Ein Trauerspiel.

 

Was erfahrt ihr hier?

Und zu gerne hätte ich vor allem im Falle meines Vaters etwas dagegen unternommen. Aber so leicht ist das nicht. Und warum das nicht so leicht ist erzähle ich euch jetzt. Zudem werdet ihr am Ende erfahren warum ihr euch immer selbst mit eurer Geldanlage beschäftigen solltet, weil – wenn ihr dies nicht tut – euer Geld am Ende meist weniger wert sein wird als vorher.

 

Das Gespräch geht weiter

Nun zu meiner Geschichte: Bei dem besagten Gespräch gab ich meinem Vater einen kleinen Einblick in die Welt der Geldanlagemöglichkeiten. In die Welt, in der Risiko normal ist und nichts schlimmes bedeutet, sondern etwas ist, dass bewusst für Rendite in Kauf genommen wird und in die Welt, in der sich eigenverantwortlich um sein Geld gekümmert wird, und nicht das eigene Vermögen dem netten Bankberater oder dem unseriösen Online-Dienst überlassen wird. Nachdem ich 5 Minuten erzählt hatte meinte er zu mir, dass es doch das beste wäre, wenn ich das Geld von ihm nehmen würde und investieren würde. Ganz ernst meinte er das nicht – er wollte mich eher auf die Probe stellen, ob ich auch wirklich hinter dem stehe, was ich da von mir gebe. Dass ich sein Vermögen verwalten solle, ehrte mich etwas, auch wenn ich wusste, dass es nicht ernst gemeint war. Und im weiteren Verlaufe merkte ich welcher schwerwiegende Fehler hier begangen worden wäre, wenn es denn so weit gekommen wäre, dass ich sein Geld verwaltete.

 

Der Fehler

Der Fehler wäre nämlich folgender gewesen: Ich verwalte das Geld meines Vaters. Das bedeutet er beschäftigt sich nicht mit den Themen der Geldanlage und des Investierens. Das heißt er hat im Grunde keine Ahnung was ich hier tue und warum ich gewisse Dinge tue. Nichtsdestotrotz ist es immer noch sein Geld und sicherlich wird er zwischenzeitlich immer mal wieder einen Blick auf sein angelegtes Geld werfen. Und sicherlich werden zwischenzeitlich die Anlagen nicht nur im positiven, grünen, sondern auch einmal im negativen, roten Bereich stehen. Dies liegt schlichtweg daran, dass Kurse steigen und fallen und dieses Fallen und Steigen sich Risiko nennt. Und ohne Risiko keine Rendite. Ich kann vom Leben kein Erfolg und keine Rendite verlangen, wenn ich niemals bereit bin ein Risiko einzugehen. Aber trotz all dem wird der Punkt kommen, an dem mein Vater die negativen Kurse sieht, die Panik bekommt und die gehaltenen Wertpapiere aus Angst verkaufen wird. Er wird den Verlust folglich realisieren. Und warum? Ganz einfach: Weil er sich mit dem Thema Geldanlage und Investieren nicht beschäftigt hat, als Folge dessen von der Geldanlage und ihrer Strategie nicht überzeugt ist, weil er nicht weiß was dahinter steckt und schlussendlich die Anlagestrategie nicht durchzieht. Denn sei doch einmal ehrlich zu dir selbst: Ziehst du Dinge im Leben durch, von denen du nicht überzeugt bist? Nein! Das tust du natürlich nicht. Und genauso ist es bei der Geldanlage.

 

Bitte nicht der Bankberater

Und das ist auch eins zu eins der Grund, warum ihr euch niemals blind auf euren Bankberater verlassen solltet, wenn es um Geldanlage und Vermögensberatung geht! Selbst, wenn der Bankberater euch die beste Anlagestrategie verrät und danach mit eurem Geld umgeht, sprich nach dieser Strategie investiert – das wird er zwar nicht tun, weil das nicht in seinem eigenen Interesse ist, aber das ist ein anderes Thema – selbst dann werdet ihr die Strategie nicht durchziehen und in einem denkbar ungünstigen Moment die Wertpapiere et cetera verkaufen, weil ihr von der Anlage und den Investitionen nicht überzeugt wart! Ihr hattet ja schließlich keine Ahnung was dort mit eurem Geld passiert. Und nein, die habt ihr auch nicht, wenn der Bankberater euch eine halbe Stunde davon erzählt wie toll das Produkt doch ist und was es nicht alles für Argumente für dieses Produkt (Anlagestrategie) gibt!

 

Fazit

Es wäre höchst unseriös gewesen, wenn ich auf das (nicht ernste) Angebot meines Vaters eingestiegen wäre, sein Geld zu verwalten. Es hätte wohl weder mir noch ihm längerfristig etwas gebracht. Deswegen meine Bitte: Beschäftigt euch selbst mit dem Thema Geldanlage und Investitionen und nutzt dazu verschiedenste Quellen! Seid nicht engstirnig und glaubt bitte nicht an das schnelle große Geld, ohne selbst etwas dafür zu tun. Nehmt es selbst in die Hand und macht euch selbst verantwortlich für eure (finanzielle) Zukunft. Denn andere tun dies sicherlich nicht für euch!

 

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