Anlegen und Investieren mit ETFs

November 23, 2018

Eine Möglichkeit sein Geld anzulegen und zu investieren sind ETFs. ETFs sind „Exchange Traded Funds“, das heißt Fonds, die einen Index abbilden. Aber erst einmal vor vorne: Was ist denn ein Fonds und ein Index und so weiter und so fort?

 

Fangen wir mit dem Index an: Dieser stellt die Entwicklung eines Landes, einer Branche oder einer sonstigen Gruppe dar. Dies tut er indem er die Kurse aller Aktien beachtet, die sich in diesem Land, dieser Branche oder allgemeiner dieser Gruppe befinden und eine Art Mittelwert aus all diesen Kursen berechnet.

 

Ein Fonds ist nun ein Finanzprodukt, das es dem Anleger ermöglicht in all diese Aktien zu investieren (also zu kaufen), die in dem jeweiligen Index enthalten sind und das indem der Anleger nur ein Wertpapier kauft, nämlich den Fonds.

 

Wenn man hier weiterdenkt, ist damit ein Fonds eine ziemlich geniale Sache. Denn durch relativ wenig Aufwand kann damit ein Privatanleger bereits mit kleinen Summen in viele viele Aktien gestreut investieren. Er setzt sein Risiko folglich nicht komplett auf eine Karte. Kleine Summen meint im krassesten Fall 25€ (das ist der Fall des Sparplans). Ansonsten dürften sich die zum Investieren benötigten Summen ebenfalls auf nur wenige 100€ belaufen. Kein Mensch in der westlichen Welt benötigt heutzutage also noch viele tausend Euro, um international breit gefächert investieren zu können!

 

Und hier sind wir bei dem nächsten Punkt: International. Nein, es ist nicht so, dass die besten Unternehmen mit den größten Renditen in Deutschland sitzen und auch sind sie nicht an sonst einem Ort auf dieser Welt konzentriert. Wer die höchste Rendite erzielen möchte, der sollte die Entwicklung der gesamten Weltwirtschaft mitnehmen – egal „wie es wo gerade läuft“. Denn keiner, absolut keiner weiß was die Zukunft bringt und schon gar nicht wie sich Aktienkurse entwickeln werden. Wer folglich denkt er könnte durch vereinzeltes Kaufen eines Fonds aus einem bestimmten Sektor, Land, Branche oder was auch immer besser abschneiden als der Durchschnitt, der hat der Wahrheit noch nicht ins Auge gesehen. Längerfristig (und längerfristig ist das was zählt und zwar immer und überall) ist eine höhere Rendite durch diese Methode nicht möglich. Kleiner Geheimtipp: Die Rendite wird sogar geringer sein.

 

Aber zurück zum Thema: ETFs. ETFs sind Fonds so wie jeder andere Fonds auch. Der Unterschied bei ETFs ist jedoch, dass die jährlichen Gebühren (auch TER = „Total Expense Ratio“ genannt) sehr gering sind. Dies ist aus dem Grund so, weil ETFs wirklich nur den Index abbilden und nicht versuchen durch diverses Kaufen und Verkaufen von Aktien besser als der Index abzuschneiden. Dass letzteres nicht funktioniert, ist in der Finanzwissenschaft etliche Male bewiesen und letztendlich läuft es auf das gleiche wie oben bereits erwähnt hinaus: Man möchte besser sein als er Marktdurchschnitt und das mit kaum Aufwand. Doch dies funktioniert (leider) nicht.

 

Zusammenfassend halte ich noch einmal die wichtigsten Punkte fest: ETFs sind Fonds, mit deren Hilfe man durch den Kauf eines Wertpapiers (den Kauf des ETFs eben) in sehr viele Aktien auf einmal investieren kann und somit das Risiko breit streut. ETFs sollten nicht nur die typischen Aktien enthalten, die so jeder kennt und am besten noch aus dem eigenen Heimatland sind (typische Beispiele sind: Siemens, Daimler, Telekom, Deutsche Post oder BASF). Und bei ETFs ist es immer wichtig auf die jährlichen Gebühren (TER) zu achten, die in der Regel nicht über 0,5% liegen sollten. Geringe Gebühren wären zum Beispiel 0,1% – 0,2%.

 

Wer also an der weltweiten Wirtschaftsentwicklung teilnehmen möchte und das – wie man die Tage so schön sagt – möglichst „smart“, der sollte in ETFs investieren. Und für alle, die Angst vor Finanzkrisen, Wirtschaftskrisen, Zusammenbrüchen von Staaten und dergleichen haben und sich vor dem damit einhergehenden Fall der Aktienkurse und der ETF-Kurse fürchten, denen sei gesagt: Die Weltwirtschaft (und damit auch die Kurse) haben sich in den letzten 120 Jahren positiv entwickelt. Die Kurse sind heute deutlich höher als damals. Egal welche Krise es hier gab, die Kurse und die Wirtschaft hat sich davon immer wieder erholt. Was soll in Zukunft anders sein, dass es nicht mehr so wäre?

 

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