Anlegen und Investieren - aber wie?

November 9, 2018

In den Finanzartikeln der letzten Wochen schrieb ich davon, dass man sein Geld doch „anlegen und investieren“ sollte. Argumente für das Anlegen und Investieren wurden in diesem Zusammenhang auch bereits aufgeführt. Deswegen geht es heute darum wie das eigene Geld angelegt und investiert werden kann.

 

Beginnen wir zunächst einmal damit, dass es sehr viele verschiedene Anlageklassen (auch Assetklassen genannt) gibt, in die man sein Geld investieren kann. Dazu zählen Anleihen, Aktien, Immobilien, Unternehmensanteile, die Festgeldanlage, Rohstoffe, Sachgegenstände, P2P-Kredite oder auch das eigene Humankapital. Bevor der Artikel sich in das Unendliche ausweitet fassen wir den Begriff des Humankapitals für alle Unwissenden kurz zusammen: Ich investiere Zeit und/oder Geld in meine Bildung (also in mich selbst), um dann später mehr Geld verdienen zu können. Und weiterhin erklären wir „P2P“-Kredite (P2P = „Peer to peer“, auf Deutsch: „von Gleichrangigem zu Gleichrangigem“): „Normale“ Menschen leihen anderen „normalen“ Menschen einen Kredit und erstere bekommen dafür Zinsen. Erstere fungieren folglich wie eine Bank und meist wird das Geschäft über eine Plattform abgewickelt. Die anderen Anlageklassen sollten soweit zumindest grob bekannt sein – wir werden später trotzdem noch näher auf manche dieser Anlageklassen eingehen.

 

Wenn ich mein Geld also investieren möchte, dann kann ich das in verschiedenen Anlageklassen tun. Wichtig ist dabei, dass das Geld niemals nur in eine Anlageklasse gesteckt werden sollte. Nein, eine Streuung (auch Diversifikation oder Diversifizierung genannt) auf viele verschiedene Assetklassen ist sehr wichtig, um nicht von einer Anlageklasse abhängig zu werden. Denn Abhängigkeit ist selten etwas Gutes.

 

Es stellt sich somit früher oder später die Frage wie viel von meinem Geld ich in welche Assetklasse stecken sollte. Diese Frage lässt sich mithilfe einer Strategie beantworten, die jeder für sich ausarbeiten muss. Wer also schon einmal keine Strategie hat, der wird nicht sehr erfolgreich mit seiner Geldanlage und seinen Investitionen sein. Welche Strategie am Ende die Richtige ist hängt ganz viel damit zusammen wie viel Zeit und Engagement ich in meine Strategie gesteckt habe. Ganz wichtig zu wissen ist nämlich, dass es nicht die eine richtige Strategie gibt, die für alle Menschen passt. Nein, es gilt: Jeder muss für sich eine Strategie entwickeln, die zu ihm passt und der er vertraut. Manche investieren risikoreicher, andere weniger risikoreich. Manche probieren gerne neue Möglichkeiten an Investments aus und andere bleiben lieber den klassischen Methoden treu (mit klassisch ist in diesem Zusammenhang nicht das Sparbuch oder ähnliches gemeint, denn das hat nichts mit Geld anlegen und investieren zu tun!).

 

Vielleicht an dieser Stelle noch einmal kurz eine Wiederholung oder für den ein oder anderen eine neue Erkenntnis: Sparbücher oder dergleichen haben nichts mit Geldanlage und Investitionen zu tun, da hierbei keinerlei Risiko eingegangen wird. Und wenn keinerlei Risiko eingegangen wird, dann kann ich längerfristig auch keinen Ertrag erwarten!

 

Ob ihr nun mit eurer Strategie mehr in Anleihen und weniger in Aktien, genau umgekehrt, vielleicht auch ein bisschen in Rohstoffe und P2P-Kredite oder komplett anders investiert: Wichtig ist es sich VORHER eine Strategie zu überlegen und dieser Strategie treu zu bleiben. Weiterhin ist es auch wichtig, dass ich innerhalb der Anlageklassen mein Geld weiter diversifiziere! Nur die Aktie eines Unternehmens, die Anleihe eines Staates und nur den einen Rohstoff (z.B. Gold) zu kaufen und auch nur dem einen Nachbarn Geld für Zinsen zu leihen ist einfach nicht gestreut und bedeutet ein extrem hohes Risiko! Wenn ihr Geld investiert, dann bitte immer gestreut und niemals nur in einzelne Finanzprodukte, einzelne Anlagearten oder was auch immer investieren.

 

Neben der „richtigen“ Strategie gibt es weitere Ausgestaltungsmöglichkeiten der Geldanlage. Deswegen solltet ihr euch weiterhin fragen: Wie oft möchte ich investieren? Immer wieder ein bisschen etwas oder alles auf einmal? Oder: In wie vielen Jahren möchte ich das Geld denn wieder rausbekommen? Wie ist folglich mein Anlagehorizont? Diese Frage ist nah mit der Frage verbunden: Warum möchte ich mein Geld eigentlich anlegen? Worin besteht der Zweck darin für mich? Und die Antwort sollte hier nicht nur sein: „Ich möchte nicht, dass es weniger wert wird“ oder „Ich möchte mehr Geld haben“. Und zuletzt ist natürlich die Frage „Wie viel Geld möchte ich investieren?“ nicht unerheblich.

 

Wer folglich all diese Fragen noch nicht sicher beantworten kann, der sollte mit seinem Geld am besten erst einmal gar nichts machen. Auch nicht, wenn ihn vielleicht ein Finanzberater oder sonst jemand dazu drängt. Denn schnelle Entscheidungen bringen hier meist oft nur Unsicherheit in die Anlage oder das Investment und führen so in den allermeisten Fällen zu einem Scheitern der Strategie. Dieses Scheitern ist dann verbunden mit einem finanziellen Verlust und der Kurzschlussreaktion: „Geldanlage: So ein Blödsinn, das funktioniert doch eh nicht und ich verliere nur mein ganzes Geld!“. Und auf solch eine resignierende Ansicht am Ende zu kommen wäre doch einfach nur schade. Denn wer sich wirklich Zeit lässt und das Geld anlegen und investieren als einen Prozess sieht, der nie zu Ende ist und bei dem man immer wieder hinzulernt, der wird längerfristig auch Erfolg haben!

 

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