Alles erreicht und nie zufrieden

November 8, 2019

 

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Ziele und Erwartungen

Sommer 2019 hatte ich im Blogartikel „Ziele und Erwartungen beim Sport“ darüber geschrieben, dass das Nicht-Erreichen von Zielen zu Beginn ganz normal ist, da diese üblicherweise hoch gesteckt sein sollten. Gleichzeitig ist es dann die Kunst die eigenen Erwartungen ganz klar von den Zielen abzutrennen und auf das stolz zu sein, was man erreicht hat, auch wenn dies nicht der Erfüllung der jeweiligen Ziele entspricht. Eine gewisse Form der Zufriedenheit ist also durchaus wichtig! Heute soll es darum gehen, was du tun kannst, wenn du alle deine Ziele erreichst und trotz dessen nicht zufrieden bist.

 

Wenn die Erwartungen nicht passen

Heute möchte ich also einmal ein ganz andere Seite des Erfolges beleuchten. Die Seite, auf der der die Menschen stehen, die sich große, aber dennoch realisierbare, Ziele setzen, fleißig trainieren, beim Wettkampf alles geben und am Ende ihr Ziel erreichen und damit unglücklich sind. Hierfür gibt es 2 Gründe: Ebenso wie man mit sich selbst und seiner Leistung unzufrieden sein kann, wenn die selbst gesteckten und hoch angesetzten Ziele nicht erreicht werden, genauso unzufrieden kann man sein, wenn die selbst gesteckten und hoch angesetzten Ziele erreicht werden. Klingt paradox, aber so ist es. Lasse mich dies dir erklären. Es gilt zwischen Zielen und Erwartungen zu unterscheiden. Steckst du dir hohe Ziele ist das super, denn es gibt dir einen Ansporn und lässt dich über dich selbst hinauswachsen. Und noch viel besser ist es natürlich, wenn du diese Ziele auch noch erreichst! Doch was du dabei vergisst, ist die Existenz deiner Erwartungen. Erwartungen sind das dort oben in deinem Kopf, was du dir ausmalst, wie es sein müsste. Diese Erwartungen können bei einem Menschen, der allgemein sehr leistungsorientiert ist, denkt, dass dies das Erstrebenswerteste im Leben ist, dies durch die Gesellschaft auch immer gelehrt bekommen hat und dies nie hinterfragt hat, und der nie das Gefühl hat „genug“ zu sein, sehr hoch sein. Ein solcher Mensch hat Erwartungen weit über seinen ja auch schon hochgesteckten Zielen. Ein solcher Mensch wird nachhaltig krank, weil er nie das Gefühl hat genug zu sein, ausreichend viel gemacht zu haben und auch einfach einmal zufrieden sein zu dürfen. Wenn du so ein Mensch bist, solltest du an deinem Denken über das, was das Leben ausmacht, arbeiten. Gesundheit ist das höchste Gut und es ist toll, dass du Sport machst, aber bitte sei mit dir selbst zufrieden. Sage dir, dass du genug bist. Sage dir, dass du verdient hast ausgeglichen und zufrieden mit deiner Leistung zu sein. Bitte tue das, denn, wenn nicht, wirst du nachhaltig krank. Glaub mir, ich weiß von was ich spreche, denn ich war und bin zum Teil immer noch selbst so ein Mensch.

 

Die falschen Ziele

Ja und der zweite Grund für das Ausbleiben der Zufriedenheit nach hohen sportlichen Leistungen, die mit der Erreichung von Zielen verbunden sind, ist das Setzen von falschen Zielen. Falsche Ziele erkennst du beim Erreichen dieser daran, dass du mehr ein Gefühl der Gleichgültigkeit hast und weniger ein Gefühl der großen Enttäuschung in den Tagen danach, wie es bei dem Denken eines sehr leistungsorientierten und wenig zufriedenheitsdenkenden Menschen der Fall ist. Ein falsches Ziel bedeutet dabei nichts anderes als, dass dieses Ziel für dich in deinem Gefühl nicht als „erstrebenswert“ angesehen wird. Das Ziel wird als „nichts Besonderes“ und als „normal“ angesehen. Häufig hängt die damit verbundene Unzufriedenheit mit dem Fehlen deines „Warums“ zusammen. Hast du dein wahres „Warum“ gefunden, weißt du WARUM du etwas tust und du weißt auch WARUM du dir diese Ziele setzt und WARUM diese Ziele für dich erstrebenswert sind. Kennst du dein „Warum“ bist du beim Erreichen deiner Ziele zufrieden und glücklich.

 

Fazit

Abschließend noch 2 Gedanken. Erstens: Komplett zufrieden zu sein ist bereits wieder negativ, da dich diese Zufriedenheit untätig werden lässt und diese Untätigkeit zu einem Gefühl der Schwerfälligkeit in Körper und Geist führt und dich am Ende den „alten guten Zeiten“ hinterhertrauern lässt. Ja, sei zufrieden mit dir und deiner Leistung und gönne dir nach einer sportlichen Leistung, auf die du lange hintrainiert hast, eine Pause, mache Urlaub und genieße das Leben in vollen Zügen, sündige vielleicht auch ein wenig in deiner Ernährung. Aber bitte sei nicht zufrieden mit dieser Leistung bis an deines Lebens Ende, sondern fange an weiterzudenken und weiter nach deiner Erfüllung zu streben. Und zweitens: Egal welcher Grund manch einmal dafür verantwortlich ist, dass wir nach einer tollen Leistung nicht zufrieden sind, es ist eine entscheidende Sache, die unser Leben auf jeden Fall besser macht: DANKBARKEIT.

 

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