Fast abgezockt

August 24, 2018

Eigentlich sollte der Mobilfunkanbieter einem nur den Mobilfunkvertrag zur Verfügung stellen während man selber den monatlich vereinbarten Betrag zahlt. Man erhält die Leistungen eines Mobilfunkvertrags, kann telefonieren, SMS schreiben und ins Internet. Soweit die Theorie.

 

Gestern wurde ich jedoch von meinem Mobilfunkanbieter auf meinem Handy angerufen und erst einmal gelobt, dass ich ja schon ein so langjähriger Kunde bin...Circa 4 Jahre, na gut, "langjährig" ist ein dehnbarer Begriff...

 

Nun ging es auch direkt los:

Man wollte mir ein Gratis-Abo für einen Monat für eine App/Website, dessen Name ich nicht verstanden habe, anbieten. Mit Hilfe dieser App kann man sich sämtliche Zeitschriften, die es auch am Kiosk oder an anderen Orten gibt, digital ansehen. Nach dem Ablauf des Gratis-Abo beträgt die monatliche Gebühr für diesen Service 9,99€. Die Dame am Telefon teilte mir mit, dass sie mir nun nur noch eine SMS schicken würde, mit der ich mich dann bei der entsprechenden App anmelden kann. Und schon kann ich die App einen Monat kostenlos nutzen.

 

Ich wusste von Anfang an, dass ich diese App nicht nutzen werde, da ich nichts für diese Klatschzeitschriften übrighabe. Deswegen stellte ich 2 Fragen:

 

1. "Wenn ich den Link, der mir per SMS zugesandt wird, NICHT öffne, ist das Gratis-Abo dann trotzdem aktiviert?"

 

Die Antwort der Dame sah wie folgt aus: Sie wollte nicht offen zugeben, dass dem so war, also dass das Gratis-Abo auch OHNE Aufrufen des Links aktiviert werden würde. Jedoch sagte sie, dass es ja schade sei, wenn ich den Gratis-Monat einfach verstreichen lassen würde. Nach kurzem Hin und Her war für mich klar, dass das Gratis-Abo automatisch aktiviert werden würde sobald ich ihr das "Ok" geben würde mir eine SMS zu senden.

 

Nun folgte meine 2. Frage:

 

2. "Muss ich das Gratis-Abo nach dem einen Monat extra kündigen oder verlängert sich der Vertrag nicht automatisch?"

 

Die Antwort der Dame (das Ergebnis war mir fast klar): Sie wollte nicht offen zugeben, dass das Abo hier automatisch weiterläuft, also der Kunde sich darum kümmern muss den Vertrag rechtzeitig zu kündigen, wenn er den Service denn nicht mehr weiter nutzen möchte. Sie meinte nur, dass ja ein Anruf genüge, um das Abo dann zu kündigen...

 

Ich teilte der Callcenter-Mitarbeiterin also mit, dass sie mir bitte keine SMS schicken sollte, da mir der organisatorische Aufwand zu groß sei. Denn mit dem organisatorischen Aufwand verband ich folgende Punkte: Extra einen Eintrag in meinem Kalender erstellen, um daran erinnert zu werden den Vertrag zu kündigen und schließlich am Tag X dort anrufen, um dann in der Warteschlange zu hängen und zu guter Letzt den Vertrag mündlich zu kündigen. Mal davon abgesehen, dass ich kein Interesse an solchen Zeitschriften habe.

 

Nun die Frage: Warum habe ich so reagiert und auch bewusst diese Fragen gestellt? Ganz einfach: Ich hatte einen so ähnlichen Fall bereits vor einem knappen Jahr schon einmal. Damals hatte ich es gerade noch rechtzeitig geschafft zu kündigen. Diesen Aufwand wollte ich mir dieses Mal jedoch ersparen.

 

Fazit: Ich finde es eine absolute Frechheit, die hier abgezogen wird. Die Leute werden mit dem Anruf und den Worten der Callcenter-Mitarbeiterin/des Callcenter-Mitarbeiters komplett überrumpelt. Denn alles läuft sehr schnell ab, damit der Kunde überhaupt keine Chance hat darüber nachzudenken und etwas einzuwenden. Die Gespräche sind folgendermaßen - möglichst kurz - aufgebaut: "Ich biete Ihnen ein Gratis-Abo für einen Monat von XY an. Ich schicke Ihnen eine SMS und Sie müssen nur daraufklicken, sich anmelden und schon können Sie das Produkt YZ einen Monat kostenlos nutzen." Die meisten Kunden wollen von der ganzen Sache eigentlich nichts wissen oder das Produkt interessiert sie tatsächlich. Das ist eigentlich egal, denn "Ja ja, schicken sie mir meinetwegen die SMS." wird wohl bei den meisten in dieser oder ähnlicher Form über die Lippen gehen, weil man die Dame oder den Herren schnell wieder loswerden möchte. Nicht zuletzt sind die Formulierungen der Mitarbeiter so gewählt, dass der Kunde aus rein psychologischer Sicht eher dazu neigt "Ja" zu sagen als "Nein". Denn "Nein" klingt so unhöflich, wenn der Mitarbeiter doch ach so nett gefragt hat.

 

Mein Appell also: Traut euch "Nein" zu sagen und fallt nicht auf solche Maschen hinein. Denn selbst, wenn ihr euch denkt "Ach, die SMS öffne ich dann halt einfach nicht", seid ihr bereits in der Kostenfalle und das muss nun wirklich nicht sein!

 

Und jetzt die Frage an euch: Habt ihr so etwas schon einmal erlebt? Vielleicht in einer anderen Form oder an einem anderen Ort, zum Beispiel auf der Straße oder dem Internet?

Dann schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare! So kann jeder sie lesen und wir können ein Netzwerk bilden, in dem jeder dem anderen durch seine Erfahrungen weiterhilft und keiner von uns mehr so leicht im Leben über´s Ohr gehauen wird.

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