Finanzielle Freiheit ist was für Rentner?

Aktualisiert: Sept 24



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Wachrütteln

Wachrütteln, das möchte ich heute (wieder) einmal. Und dazu habe ich mir folgende Aussage überlegt: „Finanziell frei möchte im Grunde jeder sein, denn jeder möchte eines Tages in Rente gehen. Denn was bedeutet Rente: Nichts tun und dafür Geld bekommen, wie bei der finanziellen Freiheit also.“ So, diesen Satz möchte ich nun einmal zerlegen. Doch zuvor noch, woher kommt dieser Satz? Nun ja, ich habe einmal darüber nachgedacht wie das kollektive Denken unserer Gesellschaft ist und was die weitverbreitetsten Einstellungen sind. Dazu habe ich dann eine – denkbar – logische Schlussfolgerung gezogen („Finanziell frei möchte im Grunde jeder sein“).


Die Zerlegung

Also, ich weiß du bist „hot“ darauf und weißt du was, ich auch! Fangen wir an mit „Denn was bedeutet Rente: Nichts tun und dafür Geld bekommen“: Nun ja, in dem Moment, in dem jeder von uns seine Rente erhält, muss er nichts mehr dafür tun. So gesagt ist die Aussage richtig. Doch, dass dafür ein Leben lang gearbeitet werden musste, sollte in diesem Denken nicht vergessen werden! Das Prinzip ist folglich: Ich tue circa 45 Jahre ganz viel und bekomme dann am Ende ein Leben lang mehr oder weniger Geld „zurück“, ohne dass ich dann noch etwas dafür tun muss (außer dem Ausfüllen von Formularen, you know, Bürokratie halt). So und weiterhin wird gesagt „wie bei der finanziellen Freiheit also“. Doch, stimmt das? Häufig wird im Zusammenhang mit finanzieller Freiheit auch von „passivem Einkommen“ gesprochen. Man könnte also davon ausgehen, dass auch hier ab einem bestimmten Punkt (dem „Renteneintritt“) nichts mehr getan werden muss. Doch ist passives Einkommen wirklich so „passiv“? Ich sag dir Eines: NICHTS ist passiv im Leben. Genau, selbst bei der Rente musst du Formulare ausfüllen. Aber nein, darauf möchte ich nicht hinaus. Ich möchte darauf hinaus, dass es niemals im Leben diesen einen Punkt geben wird, an dem du es „geschafft“ hat. Wenn du von „Schaffen“ sprichst: Was denn überhaupt „geschafft“? Was hast du bis zu deiner Rente geschafft? Durchzuhalten? Durchzuhalten bei etwas, das du so sehnlichst ablegen möchtest? Dann frage ich dich: Warum legst du es nicht HEUTE ab? Hörst heute damit auf? Gibt es hier vielleicht noch Perspektive? Bist du auf dem Weg, dir dein Traumleben zu realisieren? Hast du überhaupt Träume? Wie sehen diese aus? Hast du sie niedergeschrieben? Hast du dich ihnen ernsthaft verpflichtet? Nimmst du dich selbst und deine Träume ernst? Tust du täglich eine Kleinigkeit für die Erfüllung deiner Träume? Okay, jetzt höre ich das Fragen auf. Aber mal ehrlich: Sich diese ganzen Fragen zu beantworten erfordert bereits ganz viel AKTIVES Tun und hat nichts mit „passiv“ zu tun.


Back

Okay, ich gebe zu, ich bin abgeschwiffen. Was ich sagen wollte: Passives Einkommen im Sinne von ich habe zu Beginn viel getan, mich intensiv mit den wichtigen Themen beschäftigt, tue dies alle paar Jahre wieder und zwischendurch bin ich immer wieder am Nachjustieren, überprüfen, ob der Plan aufgeht, FUNKTIONIERT. 100% passiv ist das allerdings nicht. Wie eben nichts NATÜRLICHES im Leben. Nicht, was natürlich ist, ist „passiv“. So, passives Einkommen im Sinne von ich gebe hier mein Geld hin, weil das klingt total gut, ich muss mich dann auch erst einmal um nichts mehr kümmern und das wird auch klappen, weil „die“ machen das schon ganz lange so – it ain't gonna happen! Falle bitte nicht hierdrauf rein. So, und nun möchte ich die nächste Frage auf unserem Trip des „Zerlegens“ stellen: Ist es vielleicht sogar gut, dass nichts wirklich „passiv“ ist? Ja, ich mein, wenn alles so „passiv“ wäre, was würde der Mensch dann noch tun? Welche Daseinsberechtigung hätte er? Nehmen wir mal an du hättest es jetzt endlich „geschafft“, du wärst finanziell frei, hättest dein „passives Einkommen“ oder, alternativ, bist in dein Renteneintrittsalter gekommen, sprich musst auch nichts mehr tun und bekommst regelmäßig dein Geld. Du „musst“ folglich nicht mehr arbeiten („musst“ in Anführungszeichen, weil ich diese Aussage im Grunde ganz schrecklich finde, wenn das jemand sagt…aber anderes Thema). So, WAS TUST DU JETZT? Ja, was tust du jetzt? Jetzt ist das Geld, was du einnimmst, endlich passiv. Endlich keine Abhängigkeiten mehr. Und jetzt beginnt dein Leben? Jetzt fängst du an all das zu tun, was du schon immer tun wolltest? Oh man, was eine prekäre Vorstellung. Sorry ja, diese Vorstellung GEHT SO NICHT AUF. Glaub mir, du bist als Mensch hier, um deine Erfüllung zu leben. Du hast die Berechtigung dazu. Und zwar jederzeit. Im Hier und im Jetzt! Du musst dazu nicht auf ein vermeintlich „passives Einkommen“ warten oder die „sichere“ Rente. Okay, Politik, lassen wir das. Wie wäre es, wenn die Welt andersherum funktioniert? Du tust JETZT endlich das, was du eigentlich schon immer tun wolltest, hilfst damit Menschen, verdienst damit dein Geld und baust dir dadurch so etwas wie ein „passives Einkommen“ auf? Ja, vielleicht ist es zu Beginn viel mehr ein „aktives Einkommen“. Aber weißt du was? Das ist doch vollkommen in Ordnung! Aktives Tun ist das Wunderbarste, was dir passieren kann, wenn es nur bei deiner wahren Leidenschaft geschieht und du diese Leidenschaft in dem Rahmen ausüben kannst, den du dir vorstellst. Am Ende von diesem Prozess steht dann vielleicht ein passives Einkommen, aber ob du das dann überhaupt noch brauchst?


Ende

Ja, diesen Rahmen, dieses Leben gilt es dir selbst zu kreieren. Das kann kein anderer für dich machen. Kein Staat, kein Passives-Einkommen-Generierungs-System, kein Coach, kein Mentor, kein Unternehmen, nein, nur du alleine kannst dir ein Leben schaffen, das so frei ist, wie du es dir vorstellst. Ein Leben, das zu deinen gesundheitlichen Erwartungen passt, das dich in der Liebe erfüllt und ein Leben, das deine finanziellen Erwartungen erfüllt. Ein Leben, das deinen Wunsch nach Freiheit erfüllt. Nachdem Fragen einer der besten Möglichkeiten sind, um sich weiterzuentwickeln und sich dadurch das Leben zu kreieren, das man sich vorstellt, FRAGE ich dich: Bei all dem Denken, was dort oben in deinem Kopf steckt, was dir über Jahre eingebrannt wurde, was müsstest du an diesem Denken ändern, damit du dein Wunschleben wirklich realisieren kannst? Wo stehst du dir SELBST IM WEG?


P.S.: Da sind mir noch einmal 2 Fragen eingefallen: Willst du wirklich erst mit circa 65 Jahren „finanziell frei“ sein? Und: Willst du wirklich erst das tun, was du aus Herzen tun möchtest, wenn du „finanziell frei“ bist?


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