Einmal erreicht und dann vergessen?

Aktualisiert: Sept 24



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Der Unterschied zwischen Ziel und Zustand

Ich bin mir sicher du hattest schon einmal Ziele im Leben und hast aktuell vielleicht sogar welche. Zum Beispiel: „Ich koche mir jetzt einen Tee“. Vielleicht war dein Ziel auch etwas längerfristig mit konkreten Zahlen gesteckt und formulierte sich wie folgt „Ich besitze bis zum XX.XX.20XX so und so viel Geld“ oder „Ich laufe bis zum XX.XX.20XX eine Strecke von X Kilometern in X Minuten“. Vielleicht hast du dir dein Ziel aufgeschrieben, vielleicht hattest du es aber auch einfach im Kopf abgespeichert. Egal wie, Ziele hattest du sicherlich bereits in deinem Leben. Was dabei immer wichtig war: Wenn du das Ziel erreicht hattest, konntest du erst einmal stolz sein, hast es dann aber nach ein paar Wochen unter Umständen vergessen. Vielleicht hast du dir den damit verbundenen Erfolg auch noch lange danach vor Augen gehalten – sehr toll! Doch worauf ich hinauswill: Hast du dir schon einmal Gedanken gemacht, was jeweils hinter deinen Ziele steckte, was du WIRKLICH erreichen willst? Ich meine, sich einen Tee kochen, das ist doch nicht das, was man wirklich will. Nein, man möchte im Grunde sein Bedürfnis nach Trinken, Genuss und auch Wahrnehmung von gutem Geruch stillen. Man möchte etwas wohlig Warmes in seinem Magen spüren, weil es einem ein „gutes Gefühl“ gibt. Das ist das, was man WIRKLICH mit dem gesteckten Ziel „Ich koche mir jetzt einen Tee“ will. Weiter möchte man diesen Zustand des „guten Gefühls“ sicherlich aufrecht erhalten. Der Unterschied ist, dass in einer Stunde nicht mehr der Tee „den Job macht“, sondern dieses Mal vielleicht ein tiefer bewusster Schluck deines Lieblingssprudelwassers, „Ahhhh!“. Und in einer weiteren Stunde ist es vielleicht das Zubereiten einer leckeren Bowl mit Couscous, Avocado, Romana-Salat, Tomaten und einem leckeren Dressing, inklusive dem anschließenden bewussten genüsslichen Verspeisen, versteht sich. Und noch einmal, worauf ich hinaus will: Dein Ziel kannst du erreichen und dann abhaken. Einen Zustand kannst du nicht einmal erreichen und dann „abhaken“. Einen Zustand erreichst du einmal, hältst ihn (durch das Setzen diverser Ziele) aufrecht oder erreichst ihn immer wieder. Aber was du nicht vergessen darfst: Ein Zustand bleibt NIEMALS von ALLEINE!


Langer Anfang

Gut, das war jetzt ein langer Anfang. Erst einmal durchschnaufen. „Ahhhh!“. Ich hoffe dir ist nun klar geworden, was der Unterschied zwischen einem Ziel und einem Zustand ist. Warum ist das nun wichtig? Nun ja, in deinem Leben solltest du dich nicht fragen welche Ziele du erreichen willst, sondern mehr in welchen Zuständen du leben willst. Nehmen wir zum Beispiel den Zustand „Ich will mich so richtig fit und gesund fühlen“. Dieser Zustand ist nichts anderes als deine Vision von deinem Leben, dein „Traum“. So und nun ist doch die Frage, wie du diesen Zustand erreichen kannst. Welche ZIELE musst du dir selbst stecken, um diesen Zustand einmal zu erreichen? Und welche Ziele musst du dir dann stecken, um den Zustand aufrecht zu erhalten? Oder welche Ziele musst du dir immer wieder stecken, um den Zustand immer wieder zu erreichen? Fragen über Fragen, ich möchte dir ein Beispiel aus meinem Leben geben, um es verständlicher zu machen: Meine Vision ist es, dass ich ein Leben lang zu 100% fit und gesund bin, mich also auch so fühle. Gut, nun nehme ich einmal den Bereich Sport heraus, da ich denke, dass es hier erstrebenswert ist, sich Ziele zu stecken. Bei der Ernährung tue ich mir dagegen schwer Ziele zu stecken, da es hier schwierig ist eine gewisse Form der „Leistung“ zu messen. Ich meine das Ziel „Ich lebe in einem Jahr zu 100% vegan“ ist in der Hinsicht nicht zielführend, weil du ja überhaupt nicht weißt, ob DEIN KÖRPER sich in einem Jahr zu 100% vegan ernähren möchte, ob ihm das gut tut. Denn: Dein Körper ist extrem intelligent und sagt dir – wenn du auf ihn hörst – was du brauchst! Aber zurück zum Sport: Mein Ziel für 2019 (also bis 31.12.19) war es in „meiner“ Boulderhalle 15 rote „Boulder“ (= „Kletter“routen) zu können. Als Anhaltspunkt: Die roten Boulder stellen Schwierigkeitsgrad 5 von 7 dar und es gibt circa 30 Stück von ihnen in der Halle – Zahl immer schwankend, da die Griffe an den Wänden regelmäßig neu geschraubt werden. So, mein Ziel für dieses Jahr ist: „Ich kann alle roten und 5 schwarze Boulder (Schwierigkeitsgrad 6 von 7, hiervon gibt es auch circa 30 Stück)“. So ähnlich ist übrigens mein Ziel im Sinne einer Affirmation tatsächlich formuliert…Aber zurück zum Thema: 2019 habe ich mein Ziel 2-3 Wochen vor Ende des Jahres erreicht. Für dieses Jahr habe ich mir ein deutlich größeres Ziel diesbezüglich gesetzt. Das Ziel letztes Jahr hatte ich erreicht und ein paar Wochen später schon fast „vergessen“. Das neue Ziel war mir nun vor Augen. Und welchen Zustand wollte ich damit erreichen (Achtung, nächste Affirmation)? „Ich halte meinen Körper fit und arbeite an meinem trainierten Aussehen“. So, Original-Affirmation von mir aus dem Jahre 2020. Der Zustand dahinter ist also der, dass ich fit sein möchte und das ich mir selbst immer gefallen möchte. Und hier jetzt wieder Achtung! Mir selbst gefalle ich nicht einfach nur dadurch, dass ich einen trainierten „gut aussehenden Körper“ besitze, sondern, dass ich diesen SELBST als einen solchen auch sehe. Ich sehe mich selbst als „gut aussehend“ an. Nicht nur, weil ich dafür trainiere, sondern auch weil ich Selbstliebeübungen – im weitesten Sinne – praktiziere beziehungsweise praktiziert HABE, Vergangenheit! Sprich: Auch hier steckt schon wieder ein Ziel drinnen „Ich mache jeden Tag 5 Minuten Selbstliebeübungen“ (dieses Ziel ist frei ausgedacht) und erreiche dadurch einen gewissen Zustand. Bei mir, das habe ich mit den Jahren gemerkt, ist dieses AKTIVE Sport treiben die beste Methode, um meine Selbstliebe zu stärken. Wer mich kennt, weiß, dass ich richtig unausgeglichen bin, wenn ich 1 oder 2 Tage keinen Sport gemacht habe. Einfach, weil mir dann die Selbstliebe fehlt.


Fazit

Okay, ich bin begeistert, denn letztere Erkenntnis war nun auch wirklich neu für mich! Wie reflektierend ein Blogartikel sein kann! Take-Home-Message für dich: Mache dir Gedanken was DEINE Vision vom Leben ist (Oh Gott und nein, du musst nicht gleich in allen Bereich genauestens wissen, was du willst – die Kunst ist vielmehr einfach einmal damit anzufangen!), überlege dir welche Zustände es entsprechend sind, in denen du sein möchtest, und DANN stelle deine Ziele auf! Ja und wenn du Ziele einmal nicht erreichst (und glaub mir, das hatte ich schon oft), dann sehe das nicht als ein „Versagen“ an, sondern sei stolz darauf, dass du an dem Erreichen einen Zustandes AKTIV gearbeitet hast und diesen unter Umständen sogar erreicht hast! Denke daran: Was du wirklich willst, ist es in einen Zustand zu kommen und dort zu bleiben, nicht deine Ziele zu erreichen. Stimmst du mir zu? Wie siehst du das? Was sind deine Ziele? Und warum hast du sie? Welche Zustände und Visionen stecken dahinter?


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